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Saisonale Honorare abfedern — was ich neben dem Vortragsgeschäft aufgebaut habe

Wer von Vorträgen lebt, kennt den Jahresverlauf im Schlaf. Frühjahr und Herbst sind voll, Sommer und die Wochen um Weihnachten sind leer. Man weiß das, plant es ein, und trotzdem fühlt sich ein Juli mit zwei Terminen jedes Jahr wieder unangenehm an.

Ich mache das seit neun Jahren und habe lange versucht, die Täler zu füllen. Mit Onlineformaten, mit Beratungsangeboten, mit Schreibprojekten. Das funktioniert teilweise, aber alles davon ist wieder Arbeit, die ich selbst leisten muss. Das Grundmuster bleibt: Kein Einsatz, kein Honorar.

Vor vier Jahren habe ich deshalb angefangen, einen Teil der Honorare aus den starken Monaten konsequent beiseitezulegen und anzulegen. Nicht als Reserve, die habe ich getrennt davon, sondern als etwas, das über Jahrzehnte wachsen soll.

Ich habe mich für Dividendenwerte entschieden, weil mir die Vorstellung gefiel, dass etwas zurückkommt, ohne dass ich Anteile verkaufen muss. Für jemanden, dessen Einkommen ohnehin unregelmäßig ist, hat eine planbarere Komponente einen eigenen Wert, selbst wenn die Beträge zunächst klein sind.

Angefangen habe ich schlecht. Ich habe Unternehmen gekauft, die ich von der Bühne kannte, weil ich dort Vorträge gehalten hatte. Das klingt naheliegend und ist trotzdem keine Anlagestrategie, sondern Vertrautheit mit Kaufgrund verwechselt.

Systematisch geworden bin ich mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, im Netz Dividenden Backpacker. Elf Module, über 65 Lektionen, insgesamt mehr als elf Stunden Videomaterial. Es geht ums Auswählen, Bewerten und um Kauf- wie Verkaufszeitpunkte. Dazu ein Newsroom-Zugang mit später ergänztem Material, einmalige Zahlung ohne Abo. Bislang zählt der Anbieter mehr als 700 Teilnehmer.

Der für mich wertvollste Teil war die Unterscheidung zwischen einem guten Unternehmen und einem guten Preis. Ich hatte das komplett vermischt. Wenn ich einen Konzern für gut geführt hielt, habe ich gekauft, unabhängig davon, was die Aktie gerade kostet. Dass man auch ein hervorragendes Unternehmen zu teuer kaufen kann, war mir intellektuell klar und praktisch egal.

Ein zweiter Punkt, den ich als Redner besonders schätze: Der Kurs kommt ohne Show aus. Keine Bühnenrhetorik, keine Erfolgsgeschichten, keine großen Zahlen. Nach Jahren in einer Branche, die stark von Wirkung lebt, war das eine wohltuende Erfahrung, und es hat die Glaubwürdigkeit für mich eher erhöht.

Was dazugehört: Aktien sind nicht sicher. Kurse können deutlich und über lange Zeiträume fallen. Eine Dividende ist keine Zusage, sondern wird jährlich neu beschlossen und in schwierigen Zeiten gekürzt. Und der Aufbau dauert Jahre. Ein Sommerloch schließt das nicht, auch nicht das übernächste.

Hinweis zur Werbung: Ich bekomme über meinen Partnerlink etwas ab, wenn darüber gekauft wird. Wer die Kapitelübersicht ansehen will, kommt darüber zur ausführlichen Kursbeschreibung. Der Kursname allein reicht, wenn ihr meinen Link nicht nutzen wollt.

Was mir organisatorisch geholfen hat: Ich rechne inzwischen in Jahren statt in Monaten. Ein schwacher Juli ist kein Problem, wenn das Jahr stimmt, und wer sich das jeden Sommer selbst sagt, spart sich eine Menge unnötiger Anspannung. Klingt einfach, hat bei mir aber tatsächlich gedauert.

Praktisch lege ich von jedem Honorar einen festen Anteil sofort weg, noch bevor ich Steuern und laufende Kosten kalkuliere. Nur was danach übrig ist, gilt als verfügbar. Der umgekehrte Weg hat bei mir nie funktioniert, weil in vollen Monaten immer eine Verwendung da war.

Was ich Kollegen zusätzlich mitgeben würde: Verhandelt Ausfallhonorare, und zwar schriftlich. Ein Vortrag, der zwei Wochen vorher abgesagt wird, ist ein verlorener Termin, den man nicht mehr besetzen kann. Ich habe das jahrelang aus Bequemlichkeit nicht geregelt und mehrere Ausfälle vollständig selbst getragen.

Wie macht ihr das mit den saisonalen Löchern? Legt ihr gezielt aus den starken Monaten zurück, oder nutzt ihr die ruhige Zeit für Projekte, die später Geld bringen sollen?